Die letzten Reisegeschichten:
This is an English-Test

Hello, my name is Philipp

Ich finde, das klang nicht schlecht. Gut, ich bin kein Muttersprachler, aber es klang flüssig genug. Es geht bei diesem Test ja nicht um Englisch für hochphilosophische Diskussionen sondern um Alltagsenglisch. Dafür sollten meine Kenntnisse ausreichen, auch wenn seit meinem letzten Unterricht in der Schule gut sechs Jahre vergangen sind und ich seitdem wenig Übung hatte. Also sitze ich hier in diesem schlichten Zimmer der internationalen Studentenvereinigung.

Es geht um das das WAT-Programm. Watt für´n Programm? WAT ist natürlich eine Abkürzung und bedeutet Work and Travel. Dieses Programm ermöglicht es Studenten, in den Semesterferien in den USA zu arbeiten, um Erfahrungen zusammen und auch ein wenig Geld zu verdienen. Dafür sollte man natürlich ein wenig Englisch sprechen können. Daher auch dieser Test.

Liebe auf den zweiten Blick

Jens Lehmann holt seinen Zettel aus dem Stutzen. Trotz der vielen Tausend Fans beim Public Viewing am Deutzer Rheinufer breitet sich eine angespannte Stille über dem Platz auf. Alle starren auf die Großleinwand oder mustern nervös die um sie herum Stehenden. Immer mehr Freunde und Unbekannte legen sich die Arme über die Schultern, um gemeinsam zu feiern oder zu leiden. Da ich ganz außen in meiner Truppe bin, ist mein linker Arm frei für eine fremde Schulter.

Der Blick zur Seite ist allerdings wenig verlockend. Der knapp zwei Meter große und sicher 120 Kilo schwere Rocker scheint der Einzige auf dem ganzen Platz zu sein, der völlig alleine gekommen ist. Skeptisch mustert er mich kurz und dreht mir dann wieder den Rücken zu. Die Buchstaben „Hel- und –ngels“, die rechts und links von seinem Muskelshirt auf seinen breiten Schultern tätowiert waren, zu sinnvollen Worten zusammenzusetzen, ist kein besonders schweres Rätsel. Die Lösung bestärkte mich in meiner Ansicht, nicht aufdringlich zu werden.

Der lange Marsch der Pinguine

Ein paar Jugendliche in der Linie 18 machten in wenig dezenter Lautstärke Witze über den Pinguin, der zwei Reihen vor ihnen saß. Völlig zu Recht, denn der Typ sah in seinem edlen Smoking tatsächlich wie ein Pinguin aus. Dieser Typ war ich. Mein Name ist Tobi, ich bin 32 Jahre alt und normalerweise trage ich [...]

Shevchenko und Beckenbauer

Usbekistan ist ein faszinierendes Land. Ich verstehe weder die Sprache noch die Mentalität, aber spannend ist es ohne Frage. Wenn nur die anderen Mitglieder meiner Reisegruppe nicht so nerven würden. Gerade tun sie es schon wieder, diesmal erstaunlicherweise durch ihre Abwesenheit. Denn eigentlich sollte jetzt unsere Stadtrundfahrt starten. Trotzdem stehe ich alleine vor unserem Hotel [...]

Cayo Limon II

Der Abend endet sehr betrunken in einer Hängematte. Auch Janina liegt mit mir in der Hängematte und ist gar nicht beleidigt. Was vielleicht daran liegt, dass sie ebenfalls voll ist. Wir erzählen und knutschen noch ein bisschen, aber ich befinde mich bereits in einem angenehmen Dämmerzustand. Als sie meine Hand nimmt und unter Ihr knappes [...]

Cayo Limon I

Zum Glück schaukelt das Schiff nicht allzu stark. Mir jedenfalls macht es jedenfalls trotz der vergangenen Nacht in Puerto Barrios dem größten Puff Mittelamerikas nichts aus und das ist die Hauptsache. Der Kapitän ist ein alter Seebär, der schon die sieben Weltmeere befahren hat. Viel Alkohol und viele falschen Frauen haben dafür gesorgt, dass er [...]